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Schlossplatz-Areal

Experimentierfläche für Kultur, Begegnung und ein grünes Wohnzimmer

Historisch gesehen ist er der Mittelpunkt Hanaus, der Ort, von dem aus die Stadt gewachsen ist. Er gehört zu den fünf innerstädtischen Plätzen, die beim Stadtumbau die Hauptrollen spielten. Die Rede ist vom Schlossplatz – der, obwohl von zentraler Bedeutung für das Stadtbild, immer noch nur ein Parkplatz und damit alles andere als ein repräsentativer, attraktiver Aufenthaltsort ist. Nach einigen aufgegebenen Konzepten sind jetzt neue Ideen da, teilweise sind zukunftsweisende Projekte bereits realisiert, nach und nach wird es konkret: Das Schlossplatz-Areal wird ein neues Gesicht bekommen.

Die Neugestaltung des Areals – Schlossplatz, Fronhof, Kanzleigebäude, Haus des Handwerks – ist das letzte Großprojekt des im Jahr 2011 begonnen Hanauer Stadtumbaus. Für das noch unveränderte Schlossplatz-Areal gab es bereits zahlreiche Ideen und teils sehr konkrete Konzepte. Ende 2019 hatten dann die städtischen Baugesellschaft Hanau (BGH) und das private Planungsbüro Terramag ein Konzeptvergabe-Verfahren gewonnen, nach dem auf dem Areal eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gastronomie entstehen sollte. Ende 2021 wurde der geschlossene Vertrag einvernehmlich aufgehoben; wegen der Corona-Pandemie war das Vorhaben für die Investoren nicht mehr realisierbar.

Labor für Platzgestaltung

„In Stein gemeißelte“ Pläne für das Areal gibt es nach wie vor nicht. Vielmehr soll es zu einer Art „Experimentierfläche“, zu einem „Labor für Platzgestaltung“ werden, in dem verschiedene Ideen ausprobiert werden. Dabei werden alle Bestandteile des Areals mitgedacht. Das Ziel: Sie „funktionieren“ jeder für sich, machen aber in ihrem Zusammenspiel das Areal als Ganzes zu einem gern frequentierten und angesehenen Stadt-Ort. Eine Mischung aus öffentlicher und kommerzieller Nutzung lassen das Quartier zu einem neuen Treffpunkt im Zentrum Hanaus werden.

Fronhof als „Urban Area“

Mit einem kreativen Gastronomiekonzept hat die Hanau Marketing GmbH (HMG) den Fronhof bereits Ende 2020 zu einer „Urban Area“ gemacht: Uwe und Conni Kannengießer betreiben dort die „Wirtschaft im Hof“. Ursprünglich als Pop-up-Restaurant gedacht, wird das erfolgreiche Konzept mit Glashäusern und Container-Kiosk zu einer dauerhaften Einrichtung. Auch das Angebot kultureller Veranstaltungen wird fortgesetzt.

Auf dem Areal hinter dem Gebäude der Baugesellschaft ist eine „Urban Gardening“-Fläche entstanden. Dort, im „grünen Wohnzimmer“, können vor allem Anwohnerinnen und Anwohnern der Altstadt Gemüse oder Kräuter anbauen. Die Grundausstattung fürs Gärtnern hat der Hanauer Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service geliefert.

Den vorderen Bereich des Fronhofs nutzt die HMG zusammen mit den Gastronomen der angrenzenden Wirtschaft im Hof als Experimentierfeld für neue Veranstaltungsformate. So werden dort der alternative Weihnachtsmarkt „Wintergold“ und verschiedene Themen-Märkte wie Blumen-, Garten-, Vintage- oder Arts-and-Craft-Märkte durchgeführt. In den Fokus soll dabei vor allem das Thema Nachhaltigkeit rücken, zum Beispiel beim „Grünzeug“-Markt oder dem „Local Motion“-Markt mit Angeboten regionaler Erzeugerinnen und Erzeuger.

Öffentliche Nutzung des Kanzleigebäudes

Das denkmalgeschützte Gebäude ist der einzig erhaltene Teil des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtschlosses. Es wird bereits seit dem 19. Jahrhundert öffentlich genutzt – und das soll auch so bleiben. Gastronomie, Konzerte, Feiern, Arbeiten, Sport, Räume für Vereinssitzungen, alles ist denkbar. Wie das gesamte Schlossplatz-Areal soll das Kanzleigebäude zudem ein Raum werden, in dem mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten experimentiert werden kann; ein Raum für alle Bürgerinnen und Bürger, in dem sich in verschiedenen Formaten auch Themen der Zukunft entfalten können. Nötige Renovierungen und Sanierungen erfolgen nach und nach.

Lernen im Haus des Handwerks

Seine Tage sind gezählt: Über kurz oder lang soll das Haus, das aus den 1950er Jahren stammt, abgerissen werden. Aktuell haben dort das städtische Standortmarketing, das Veranstaltungsbüro, die Hanau Marketing GmbH, das im Zuge der Corona-Pandemie eingerichtete Hygieneteam und die Koordinierungsstelle für die Ukraine-Hilfe ihre Büros. In den kommenden Jahren soll hier ein Erweiterungsbau für die der Karl-Rehbein-Schule entstehen.

Schlossplatz

Oberstes Ziel für diesen historisch bedeutsamen Platz: Autofrei soll er werden. Eine grundlegende Umgestaltung ist vorerst nicht geplant. Vielmehr soll der Platz für unterschiedliche Märkte und Veranstaltungen zur Verfügung stehen – als Erweiterungsfläche für Märkte auf dem Fronhof, im angrenzenden Schlossgarten oder für eigenständige Märkte.