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Hanau Innenstadt – fit für die Zukunft

“Die Innenstadt ist der essenzielle Ort unserer Stadtgemeinschaft.“

Ansicht Haupteingang HanauaufLaden

Wie viele andere deutsche Städte steht auch Hanau bei der Entwicklung seiner Innenstadt vor großen Herausforderungen: Ladenleerstand und Qualitätsverlust beim Angebot an Geschäften haben das Erscheinungsbild der Innenstadt in den vergangenen Monaten und Jahren drastisch verändert. Gleichzeitig kämpfen ansässige Händlerinnen und Händler mit Umsatzrückgängen.

Hanau aufLADEN heißt das Programm, mit dem die Stadt unter der Regie der Hanau Marketing GmbH (HMG) ihre Innenstadt wiederbeleben will – für ein kreatives und ganzheitlich erneuertes Stadtleben, mit vereinten Kräften, entschlossenen Komplizen, frischen Ideen und großer Lust auf neue Läden.

Hanau aufLADEN: Von der Notwendigkeit des Handel(n)s

Die Kernfunktion von Innenstädten ist seit Jahrhunderten unverändert: Die Agora, der Marktplatz, dient als zentraler Versammlungsort, als Energiequelle, als lebendiger Ort des Austauschs und des sozialen Miteinanders. Seit Jahrhunderten aber auch verändern sich Städte und Innenstädte – in ihrem Aussehen, ihrer Funktion und in den Menschen, die dort zusammenkommen. In den vergangenen Jahren haben die Veränderungen rasant zugenommen: durch den Boom des Online-Handels, durch Immobilienspekulation, durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Der stationäre Handel verliert an Bedeutung, auch große Marken und Filialisten ziehen sich aus den Innenstädten zurück. In der Folge stehen immer mehr Läden leer, der vorhandene Besatz wird qualitativ schlechter – eine Entwicklung, die auch in Hanau zu beobachten ist.

Die Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen und die Stadtgesellschaft lautet also: Leerstand füllen, den Besatz aufwerten und neue Funktionen für die Innenstadt definieren und ermöglichen.

Um diese Aufgabe zu bewältigen und die bisherigen Erfolge des Stadtumbaus zu festigen, hat Hanau das Stadtentwicklungsprogramm Hanau aufLADEN aufgelegt. Es unterstützt mit konkreten und unbürokratischen Maßnahmen bestehenden Handel und Gastronomie, fördert neue, kreative Geschäftsmodelle und besondere Läden. Und es leitet eine grundsätzliche Neuausrichtung der Innenstadt-Nutzung ein.

Zahlreiche Maßnahmen für die Innenstadt von morgen

Hanau aufLADEN umfasst ein Bündel an Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Innenstadt und auch der Stadtteilzentren. Das Konzept hat seinen Ursprung im Prozess „Zukunft Hanau“ mit dem Bürgerwochenende im März 2019. Es fördert kreative Geschäftsideen und erlaubt es Jungunternehmerinnen und -unternehmer, sich auszuprobieren. So wird das Einkaufs- und Erlebnisangebot in der Innenstadt und den Stadtteilen für alle Seiten gewinnbringend erweitert.

Für mehr Mitbestimmung: Die Vorkaufsrechtssatzung

Wichtiger Baustein des Programms ist die bereits 2019 beschlossene Vorkaufsrechtssatzung. Sie bewirkt, dass die Stadt von geplanten Immobilienverkäufen in Kenntnis gesetzt wird und mit potenziellen neuen Besitzerinnen oder Besitzern in Kontakt kommt, kann so frühzeitig Einfluss auf die geplante Entwicklung nehmen und für faire Mietkonditionen werben. Optionen im Sinne der Stadtgestaltung gibt es dann viele: Es können Vereinbarungen mit Käufern über die zukünftige Entwicklung des Gebäudes getroffen werden. Andere Möglichkeiten sind Anmietung oder Kauf der Immobilie durch die Stadt selbst, falls keine geeignete Nachnutzung im Raum steht oder Leerstand droht.

Pop-up-Stores in 1a-Lage

Weiterer Kernpunkt des Programms ist es, kreativen Unternehmen die Chance zu geben, ungewöhnliche Geschäftsideen unbürokratisch umzusetzen. Das Ziel: Hanaus Innenstadt mit neuen, frischen Ideen „aufzuladen“ und damit ihre Attraktivität zu erhalten beziehungsweise weiter zu steigern, zum Beispiel mit einem zeitlich begrenzten, provisorischen Umwandeln leerstehender Ladenflächen in sogenannte Pop-up-Stores, temporäre Läden, die für einen bestimmten Zeitraum im Stadtbild „aufpoppen“. Dafür fördert die Stadt vielversprechende und auch ungewöhnliche Konzepte mit Mietzuschüssen, vermittelt Flächen und bringt Immobilienbesitzer mit Nutzenden zusammen.

Erstes Projekt des Hanauer Pop-up-Konzepts ist der den Namen des Programms aufgreifende „Hanau aufLADEN“ in der Nürnberger Straße. Verschiedene Mieterinnen und Mieter haben bereits von der attraktiven Ladenfläche profitiert, von einem Laden für Hundebedarf über einen Schmuckladen bis zu einem Shop für Vintage-Mode aus vergangenen Jahrzehnten. Die Nachfrage nach der rund 200 Quadratmetern großen Fläche in 1a-Lage ist ungebrochen groß – der Laden, den die Hanau Marketing GmbH angemietet hat, ist bis Sommer 2022 untervermietet. Die Betreiberinnen und Betreiber profitieren dabei von stark umsatzbezogenen Mieten und kurzen Laufzeiten.

Experimentierfläche im Fronhof

Der Hanauer Pop-up-Gedanke erreichte im Herbst 2020 auch die Gastronomie und wandelte den bisher als Parkplatz genutzten Fronhof in der Altstadt zur „Wirtschaft im Hof“, einer Kulturwirtschaft mit modularem Außengelände. Dieses Gelände ist nun Experimentierfläche für verschiedene Ansätze einer Urban Area geworden: Hier finden kleinere Märkte und Veranstaltungen statt, es werden Flächen für Urban Gardening zur Verfügung gestellt oder auch Stadtmobiliar für einen umfangreicheren Einsatz getestet.

Tacheles KunstKauf-LADEN – von der Stadt selbst betrieben

Als Leuchtturm-Projekt des Stadtentwicklungsprogramms eröffnete Anfang Juni 2021 mit dem Tacheles KunstKauf-LADEN ein Kunstkaufhaus, das neben Werken überwiegend regionaler Kunstschaffender auch Mal-Utensilien sowie Workshops, Seminare und Lesungen anbietet. Hier tritt die Stadt erstmalig selbst als Betreiberin eines Pop-up-Ladens auf, verantwortlich ist auch hier die HMG.

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Konkrete Unterstützung für den Einzelhandel

Hanau aufLADEN fördert aber nicht nur Ideen für neue Einzelhandelskonzepte, sondern unterstützt auch den bestehenden Handel mit verschiedenen Angeboten. So erhalten Händlerinnen und Händler Hilfestellung dabei, auch im Internet auffindbar zu sein. Über das Programm „Upgrade“ analysieren Experten die digitalen Angebote interessierter Händlerinnen und Händler und leiten aus dem Ergebnis Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge ab. Der Check ist für die Teilnehmenden kostenlos.

Darüber hinaus umfasst Hanau aufLADEN das Förderprogramm „Newcomer-Starthilfe“, mit dem die Stadt neue, innovative Geschäftskonzepte mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst, auch in den Stadtteilen. Bislang wurden acht Anträge genehmigt, darunter für ein Lederwarenfachgeschäft, einen Feinkostladen und ein peruanisches Restaurant. Sie alle profitieren von einem Miet- und Werbekostenzuschuss.

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Grimmschecks steigern Einzelhandelsumsätze

Über Hanau aufLADEN hat die HMG gemeinsam mit dem Hanau Marketing Verein (HMV) das Kundenbindungsprogramm Grimmscheck ins Leben gerufen. An ihm sind rund 350 Läden und Gaststätten beteiligt. Im Jahr 2020 hatten HMG und HMV 150.000 Grimmschecks im Gesamtwert von 1,6 Millionen Euro ausgegeben und konnten damit in der Stadt einen Umsatz von zwölf Millionen Euro auslösen.

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Bundesweit wahrgenommen

Hanau aufLADEN ist inzwischen landes- und bundesweit gewürdigt worden und erfährt selbst finanzielle Förderung. So erhielt die Stadt mit 250.000 Euro den maximalen Förderbeitrag aus dem Programm „Zukunft Innenstadt“ des Landes Hessen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat Hanau als bundesweit eine von 15 Städten als Modellkommune in das Programm „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“ aufgenommen, damit einher geht ein Zuschuss von knapp 300.000 Euro.

Ebenso ist das Stadtentwicklungsprogramm „Hanau aufLADEN“ vom Bund in das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ aufgenommen worden – und zwar mit einer außergewöhnlich hohen Fördersumme von bis zu 3,75 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren.

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