Ein zukunftsfähiges Kita-System
Entwicklungsplan Kindertagesbetreuung 2025–2030
Mit dem „Entwicklungsplan Kindertagesbetreuung 2025–2030“ (KEP) legt die Stadt Hanau die strategische Grundlage für eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und langfristig tragfähige Kindertagesbetreuung bis zum Jahr 2030. Der Plan reagiert auf veränderte Rahmenbedingungen, neue Bedarfe in den Stadtteilen sowie auf strukturelle Entwicklungen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung.
Der Entwicklungsplan 2025–2030 wurde gemeinsam mit dem Fachausschuss Kindertagesbetreuung erarbeitet. Er formuliert zentrale strategische Leitlinien, um auch auf Risiken wie veränderte Geburtenzahlen oder einen erneuten Fachkräftemangel vorbereitet zu sein. Basierend auf umfassenden Datenerhebungen und Analysen verschiebt er den Fokus von einem rein quantitativen Ausbau hin zu einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der bestehenden Einrichtungen. Ziel ist es, flexibel und stadtteilbezogen auf unterschiedliche Bedarfe zu reagieren: Während in einzelnen Bereichen perspektivisch Überkapazitäten entstehen können, besteht in anderen Stadtteilen weiterhin ein hoher Bedarf an Betreuungsplätzen.

In den letzten Jahren erlebte Hanau eine dynamische Wachstums- und Entwicklungsphase. Neue Wohngebiete, die Entwicklung ehemaliger Konversionsflächen und der damit einhergehende Bevölkerungszuwachs erhöhten den Bedarf an frühkindlicher Bildung und Betreuung deutlich. Der Entwicklungsplan 2020/21–2025 legte deshalb den Schwerpunkt vor allem auf den quantitativen Ausbau und die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze.
Mit dem neuen Entwicklungsplan vollzieht sich ein grundlegender Wandel in der städtischen Kita-Planung. Zum ersten Mal seit Jahren wachsen die Kinderzahlen stabil, was eine passgenauere, flexiblere Bedarfssteuerung nötig macht. Zugleich verändert sich die Kindertagesbetreuung weiter: Ab dem Schuljahr 2026/27 greift der bundesweite Rechtsanspruch auf ganztägige schulische Betreuung. Der Übergang älterer Kinder in Schulen wird Hortplätze freisetzen und neue Anforderungen an Raum-, Personal- und Pädagogikkonzepte mit sich bringen.

Zu den zentralen Zielen des neuen Entwicklungsplans gehören ein ausreichendes Platzangebot für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sowie eine Erhöhung der Versorgungsquote für Ein- bis Dreijährige auf bis zu 37 Prozent bis 2030. Kernprinzip bleibt der „Hanauer Weg“ in der Kindertagesbetreuung: Bürgernähe, persönliche Kontakte, individuelle Fallbetrachtung sowie eine enge Verzahnung der Kitas als Beratungs- und Unterstützungsstrukturen in den Stadtteilen.
Der Plan beschreibt unter anderem eine perspektivisch stärkere altersgemischte Nutzung bestehender Einrichtungen, eine stadtteilübergreifende Steuerung der Platzvergabe und den Erhalt sowie die Sanierung und Modernisierung vorhandener Kitas. Vorhalteflächen in Stadtteilen wie Großauheim und Lamboy/Tümpelgarten dienen dabei als strategische Reserve zur Absicherung zukünftiger Bedarfe.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte sowie auf der Sicherung hoher pädagogischer Standards. Hierbei setzt Hanau höhere Standards als gesetzlich gefordert.

